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In Niederstotzingen sind Züge auch künftig stufenlos erreichbar

   20. Oktober 2005
 
Stuttgart (pm). Die Proteste der Behindertenverbände zeigt in Niederstotzingen erste Wirkung: Die Deutsche Bahn AG hat ihre Pläne zum Umbau des Bahnhofs Niederstotzingen um eine zusätzliche Rampe zum Bahnsteig 2 ergänzt. Ursprünglich war vorgesehen, den bisherigen stufenlosen Zugang durch eine Fußgängerunterführung mit Treppe zu ersetzen.

Laut Angaben der Deutschen Bahn AG nutzen täglich 661 Reisende die Bahn ab Niederstotzingen. Erst ab 1.000 Reisenden täglich besteht aus Sicht der Bahn ein Bedarf für Aufzüge oder Rampen; liegen die ermittelten Fahrgastzahlen darunter, muss nur für eine spätere Nachrüstbarkeit gesorgt werden. Die Stadt Niederstotzingen sowie die Behindertenverbände forderten vehement, den stufenlosen Zugang zu beiden Bahnsteigen beizubehalten. Eine Verschlechterung der bisherigen Zustandes wäre für Jutta Pagel, Geschäftsführerin des Landesverbandes für Körper- und Mehrfachbehinderte Baden-Württemberg, nicht vereinbar mit dem Benachteilungsverbot behinderter Menschen. „Kernstück des seit 2002 geltenden Behindertengleichstellungsgesetzes ist die Schaffung eines umfassenden barrierefreien Lebensraumes. Deshalb bin ich erleichtert, dass die Bahn von ihren „Hindernisbau“ abrückte.“

Zum Sinneswandel beigetragen hat möglicherweise auch die Verbandsklage, die der Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte gemeinsam mit dem Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter gegen das Eisenbahn-Bundesamt erhoben hat. Gegenstand der Klage ist die ersatzlose Beseitigung des stufenlosen Zugangs zum Bahnsteig am Bahnhof Oberkochen. Die Verbände haben zwar in erster Instanz vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim verloren. Mit der Klage haben sie deutlich gemacht, dass sie der Bahn Paroli bieten.

Der Erfolg in Niederstotzingen zeigt: es lohnt sich, für Barrierefreiheit zu kämpfen!

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