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„Pflege ist nicht nur ein Thema der Altenhilfe“

   22. Mai 2015
 

Stuttgart, 22.05.2015 - Die Enquetekommission „Pflege in Baden-Württemberg zukunftsorientiert und generationengerecht gestalten“ hat am Freitag, 22. Mai 2015, zwei Anhörungen durchgeführt. Am Vormittag standen die Themen „Demenz, Behinderung und Psychische Gesundheit“ im Mittelpunkt. Jutta Pagel-Steidl, Geschäftsführerin des Landesverbandes für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg, war als Expertin zum Thema „Behinderung“ eingeladen. Sie machte in ihrem 15-minütigen Redebeitrag klar, dass Pflegebedürftigkeit – wenn auch in unterschiedlicher Weise – immer die gesamte Familie betrifft.

»Vergessen Sie bei der Pflege nicht die Familien mit pflegebedürftigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung« appellierte Jutta Pagel-Steidl vor der Enquetekommission „Pflege“ im Landtag. (Foto: Jochen Haußmann MdL)
»Vergessen Sie bei der Pflege nicht die Familien mit pflegebedürftigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung« appellierte Jutta Pagel-Steidl vor der Enquetekommission „Pflege“ im Landtag. (Foto: Jochen Haußmann MdL)

Ganz konkrete Beispiele aus dem Alltag der Familien mit pflegebedürftigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen benannte Jutta Pagel-Steidl in ihrem Vortrag. Als eine der größten Herausforderungen für die Familien bezeichnete sie die noch immer fehlende Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Darunter leiden vor allem die Mütter, die sich vor einer drohenden Altersarmut fürchten, da sie aufgrund fehlender ausfamiliärer Unterstützungsangebote nicht erwerbstätig sein können. „Was tun, wenn das behinderte Kind krank ist und kurzfristig eine Betreuung organisiert werden muss?“ Pagel-Steidl appellierte daher an die Abgeordneten, die Betreuungsangebote auszubauen, beispielsweise den wohnortnahen Ausbau der stationären Kurzzeitunterbringung. Vor allem in den Schulferienzeiten sei der Betreuungsbedarf sehr hoch.

Mehr als 60 Prozent aller Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung im fortgeschrittenen Erwachsenalter leben noch mit ihren hochaltrigen Eltern, einem Elternteil oder anderen Angehörigen in einem gemeinsamen Haushalt. „Doch was geschieht, wenn die Eltern als Pflegende ausfallen?“ Auf diese drängende Frage gebe es noch zu wenige Antworten, so Pagel-Steidl. Ihre Forderungen: Familien müssen beim Ablöseprozess langfristig begleitet werden, z.B. durch „Familienhebammen“.

„Wir müssen immer nur kämpfen, kämpfen, kämpfen. Wir müssen nicht nur einen Antrag stellen, sondern viele.“ Anschaulich schilderte Pagel-Steidl am Beispiel einer Mutter die Herausforderungen im Alltag. Besonders kräftezehrend wird der „ewige Kampf um Windeln, Hilfsmittel & Co.“ empfunden. Überall werde von Inklusion, von gleichberechtigter Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft gesprochen. „Wenn ich die Hosen voll habe, kann ich nicht teilhaben“, formulierte Pagel-Steidl salopp und beschrieb den verzweifelten Kampf der Betroffenen, mit ausreichend Windeln versorgt zu werden. Außerdem fehlen sog. „Toiletten für alle“, also Toiletten für Rollstuhlfahrer, die zugleich einen Wickeltisch für erwachsene Menschen mit Behinderung bereit halten. „In ganz Stuttgart gibt es keine einzige solche Toilette.“

„Die Enquete ist sich der großen Vielfalt bei den Aufgaben für die Pflege bewusst“, erklärte deren stellvertretender Vorsitzender, Manfred Lucha (Grüne). „Die Menschen im Land brauchen die Behandlung und Hilfen, derer sie bedürfen“, stellte er fest. Ausführlich hätten die eingeladenen Experten mit ihren Ausführungen einen wichtigen Beitrag für die Arbeit der Enquete geleistet. Wie Lucha darlegte, seien zum Thema Demenz unter anderem folgende Fragen diskutiert worden: Welche Unterstützung benötigen nichtprofessionelle Pflegende, z.B. Familienangehörige? „Beim Aspekt der Behinderung ging es nicht nur um die Pflegebedarfsentwicklung, sondern auch um einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff“, so der stellvertretende Vorsitzende. Einen wichtigen Stellenwert hätten auch die Beiträge zur psychiatrischen Pflege und dem leistungsrechtlichen Bereich eingenommen.

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