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Alle inklusive!? Forderungen an die neue Landesregierung von Baden-Württemberg

   04. April 2011
 

Stuttgart. Bis Menschen mit Behinderungen voll, wirksam und gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können, gibt es noch viele Steine aus dem Weg zu räumen. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung gilt seit zwei Jahren und gibt die Richtung vor. Die Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine unseres Landesverbandes sind für uns der Maßstab, an dem sich die Landespolitik in den kommenden fünf Jahren messen lassen muss.

Die Erwartungen an die neue Landesregierung sind groß. Hans Ulrich Karg, Vorsitzender des Landesverbandes für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg erwartet als ersten konkreten Schritt einen verbindlichen Aktionsplan für Baden-Württemberg zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen: „Wir sind als Selbsthilfeorganisation Experten in eigener Sache und zur aktiven Mitarbeit an einer inklusiven Gesellschaft bereit.“

Von einer inklusiven Gesellschaft profitieren alle Bürgerinnen und Bürger. Konkret fordert der Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg:

  1. Alle inklusive! – Das Recht auf Teilhabe ist unteilbar!
    Das Recht auf Teilhabe ist sowohl unabhängig von der Art und Schwere der Behinderung als auch vom Wohnort und der Kassenlage. Inklusion ist eine gesellschaftliche Aufgabe für uns alle.
  2. Alle inklusive! – Bildung ist Zukunft
    Für Eltern und Kinder mit Behinderungen war es ein langer und beschwerlicher Weg von der „Bildungsunfähigkeit“ bis zum „Recht auf Bildung“. Das Recht auf Bildung für alle Kinder mit und ohne Behinderung beginnt in der vorschulischen Erziehung und Bildung, nicht erst in der Schule!
  3. Alle inklusive! – Wir gehören dazu!
    In unserer Gesellschaft muss das Bewusstsein geschärft werden für die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Einzelnen. Menschen mit schweren Behinderungen haben etwas zu bieten. Sie wollen teilhaben an Arbeit und Beschäftigung, am Leben mitten in der Gemeinde sowie am unbehinderten Zugang zum Gesundheitssystem.
  4. Alle inklusive! – … aber bitte barrierefrei!
    Eine umfassende Barrierefreiheit ist die Basis für die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Die Herstellung von Barrierefreiheit ist eine ressortübergreifende Aufgabe und geht alle an. Wir brauchen mehr barrierefreien Wohnraum, barrierefreien öffentlichen Personennahverkehr – aber auch barrierefreie Zugänge zu Freizeitangeboten und Medien.
  5. Alle inklusive! – Nichts über uns ohne uns!
    Menschen mit Behinderungen entscheiden selbst mit, wo und wie sie leben wollen. Als „Experten in eigener Sache“ wollen sie frühzeitig bei Planungen einbezogen werden.

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