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Freiburg, 21.07.2026 - Kennenlernen, Zuhören, voneinander lernen und einen Wechsel der Perspektive erleben. Einen solchen Schulterblick ermöglichte das Korczak-Haus Freiburg einer kleinen Delegation des Medizinischen Dienstes Baden-Württemberg (MD) und des Landesverbandes für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg (LVKM). Die Idee zum Besuch des Korczak-Hauses Freiburg wurde in einem Gespräch zwischen MD-Vorstandsvorsitzenden Andreas Klein und LVKM-Geschäftsführerin Jutta Pagel-Steidl geboren, in dem es um inklusive Bildung ging. Andreas Klein wurde begleitet von Dr. Nicole Krause, Fachärztin für Orthopädie und als Hilfsmittelgutachterin im Einsatz sowie von Joseph Specht, der als Pflegefachkraft im Referat Einzelfallbegutachtung Pflege arbeitet.

Im Korczak-Haus wurden die Gäste von Schulleiterin Ulrike Steffen, Silke Schäfer-Allgayer (kaufmännische Leitung) sowie Silke Gallwitz (Leitung des Familienentlastenden Dienstes) empfangen. Im Korczak-Haus werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit schwerer Mehrfachbehinderung im Alter zwischen 2 und 21 Jahren (im FED auch danach) in Schulkindergarten und SBBZ KMENT (Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung) gefördert. Eltern behinderter Kinder haben vor über 55 Jahren einen Verein gegründet, um auf diese Weise ihren Kindern einen Zugang zur Bildung zu ermöglichen. „Heute wissen nur noch wenige, dass Kinder mit schweren Behinderungen noch in den 1960er Jahren als unbeschulbar galten“, so Jutta Pagel-Steidl. „Die Gründung der Sonderschulen in den 1970er Jahre war daher ein Meilenstein.“ „Unterricht bei uns im Korczak-Haus sieht anders aus als man das üblicherweise von Schulbesuchen kennt“, ergänzte Ulrike Steffen. „Bei uns gibt es weder Schiefertafel noch whiteboard, aber jede Menge Hilfsmittel, Lagerungsmaterialien und Talker für die Unterstützte Kommunikation. Der Bildungsplan wird individuell auf jedes Kind angepasst.“ Alle Kinder sind schwer pflegebedürftig, inkontinent und ohne Lautsprache. Und so drehte sich das Gespräch schnell um die Besonderheiten bei der Pflegeeinstufung der Kinder, die Schwierigkeiten bei der Beantragung von Hilfsmitteln sowie der Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung und der Eingliederungshilfe. Der Medizinische Dienst ist dabei als neutraler Gutachter im Auftrag der gesetzlichen Krankenversicherung tätig. Und so gaben die MD-Experten den Tipp, möglichst detaillierte Erläuterungen und Berichte beizufügen. Zuhören, miteinander reden, voneinander lernen – an diesem Vormittag haben alle Teilnehmende viele Anregungen und Impulse für die künftige Zusammenarbeit mitgenommen.
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